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Über die Probleme mit dem Urheberrecht von Pinterest und anderen Kurationsplattformen

Die Social Web Plattform Pinterest ist derzeit in aller Munde und der neuste Aufsteiger der sogannten Kurationsplattformen.

Mit Pinterest kann der Nutzer schöne Dinge, die er im Web gefunden hat, organisieren und teilen. Für die Organisation gibt es sogenannte „Pinboards“ worunter sich die einzelnen Pins thematisch zuordnen lassen.  

Pinterest ist visuell sehr ansprechend gestaltet und einfach in der Bedienung. Es macht Spaß neue Inhalte zu entdecken und durch sogenannte „Repins“ weiterzuempfehlen. 

Kurationsplattform Pinterest
Doch im Zuge dieser neuen Plattform erhält die Debatte um das Urheberrecht im Netz erneut Nährboden. Was ist das Problem? 

Leander Wattig und einige andere bekannte Blogger setzten sich hierzu bereits im November 2011 mit dem Thema auseinander. Am Ende dieses Artikels findet ihr ein paar erwähnenswerte Lesetipps. 

Pinterest verlinkt zwar wie es sich im heutzutage im Social Web gehört auf den Urheber des Bildes, aber das bedeutet noch lange nicht, dass damit das Urheberrecht erfüllt wird. In Deutschland ist die Bildnutzung jedoch (noch?) so geregelt, dass für jedes Bild ein Nutzungsrecht durch den Urheber oder Rechteinhaber eingeräumt werden muss.

Das würde bedeuten, dass man sich mit Pinterest und anderen ähnlichen Diensten (z.B. Storify) hinsichtlich des Teilens von Inhalten Dritter auf sehr dünnes Eis begibt.

Sobald urheberrechtlich geschützte Inhalte beispielsweise über Storify vervielfältig, verbreitet und zugänglich gemacht werden, benötigt man dazu die Einwilligung des Autoren oder eine gesetzliche Erlaubnis. (Quelle: Netzwertig.com)

Die im Social Web bekannte Rechtswanwaltskanzlei Schwenke & Dramburg ist der Meinung: „Dabei liegt das Risiko nicht bei den Plattformen, sondern bei den Nutzern.“.

Auf Pinterest können Urheberrechtsverstoße wesentlich schneller festgestellt werden als auf anderen etwas geschlosseneren sozialen Plattformen wie z.B. Google+ oder Facebook. Das liegt an der Architektur der Software und dem Fokus auf dem Entdecken fremder Inhalte bei Pinterest.

Die Gefahr durch die Nutzung der durch die Web-Plattformen angebotenen Weiterverbreitungsmechanismen von Inhalten Dritter rechtlich belangt zu werden ist groß. 

Es gibt zwar die Möglichkeit eine Creative Commons Lizenz für das jeweilige Bild in die Beschreibung einzubauen, welche dann beispielsweise bei Einbindung auf anderen Webseiten als Bildunterschrift erhalten bleibt, aber auch das ist rechtlich ebenfalls nicht sehr sicher.

Alleine das Ändern der Lizenz durch die Quelle könnte zu einer Abmahnung führen. Außerdem sind die Creative-Commons-Urheberrechtslizenzen kein richtiges Feature wie z.B. bei Flickr. 

Fazit: Aus Urheberrechtssicht ist Pinterest derzeit eher mit Vorsicht zu genießen. 

Diese Plattformen drängen momentan in den Fokus und erzeugen immer mehr Aufmerksamkeit. Das birgt Gefahren, denn je präsenter ein Dienst ist umso höher auch das Konfliktpotential.

Solange der Urheberrecht nicht an die heutigen Bedürfnisse des Web 2.0 angepasst wird, ist eine rechtssichere Nutzung von Inhalten Dritter fast nicht möglich. Es wird Zeit, dass sich dies ändert. Vielleicht ja mit einer Art Fair-Use-Klausel für Europa wie sie bei www.netzpolitik.org vorgeschlagen wird?!

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Über Dennis Born

Ich bin Geschäftsführer der viminds GmbH. Als gelernter Kaufmann stieg ich 2007 mit einer Geschäftsidee ins Onlinemarketing-Business ein und fand meine Berufung. In der Agentur bin ich für das Projektmanagement und die strategische Beratung verantwortlich. Privat liebe ich die Zeit mit der Familie, trinke gerne Kaffee und schnüre regelmäßig die Laufschuhe.