Unser Trainee | #08 eTracker: eine Alternative zu Google Analytics?

Im Zuge meines Trainee-Programms lerne ich verschiedene Arbeitsweisen und diverse Tools kennen. So wie in diesem Fall den eTracker. Die Bewertung dessen und der Vergleich mit Google Analytics stellen subjektive Einschätzungen meinerseits dar. Da ich mich erst langsam in die Welt des Online-Marketings vortaste und täglich neue Erkenntnisse gewinne, bleiben fachliche Fehleinschätzungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht aus. Insofern sind die hier getroffenen Aussagen aus der Position eines Trainees zu bewerten und keinesfalls in vollem Umfang der fachlich korrekten Sichtweise der Agentur viminds zuzuordnen.

Zeit des Umdenkens

Das Internet entwickelt sich immer mehr zu einem Ort der Selbstbestimmung des Nutzers. Das wird auch Zeit, denn lange genug standen die Rechte der Privatpersonen in Bezug auf Privatsphäre, ungestörtem Surfen und Sicherheit im Netz hinten an. Spätestens mit der im Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung soll damit Schluss sein und der Fokus verstärkt auf die Bedürfnisse der Internetnutzer gelegt werden.

Dennoch wirkt sich dieser Trend nicht auf jedes Unternehmen positiv aus. Insbesondere die Branche des Online-Marketings wird nun vor gravierende Probleme gestellt. Das Auslesen anonymer Nutzerdaten ist ein zentrales Instrument für erfolgreiches Online-Marketing. So ist der Einsatz von Google Analytics zwar ähnlich wie immer, aber es werden bei datenschutzkonformem Einsatz von Third Party-Tracking-Lösungen einfach deutlich weniger Besucher gemessen. In einigen Fällen können nur noch 35% der Webseiten-Besucher Kampagnen zugeordnet werden. Andere Tools, die eine ähnliche Funktion aufweisen, setzen auf First Party Cookies und erhoffen sich die Chance gleichzuziehen. Eines dieser Tools heißt eTracker.

Wieso eTracker?

Im Zuge der DSGVO dürfen personenbezogene Daten nicht ohne Zustimmung getrackt oder in jeglicher anderer Form erfasst werden. Damit verliert Analytics im Extremfall die bedeutende Funktion, alle Webseiten-Besucher zu erfassen. Aufgrund dieser und weiterer Änderungen, die mit den jüngsten Entwicklungen hervorgerufen wurden, erscheint die Überprüfung von Alternativen zum Standard-Tool der Online-Marketer sinnvoll.

Die Betrachtung von eTracker bot sich an dieser Stelle an, da es im Vorfeld Parallelen zum Ableger von Google aufwies. Immerhin wirbt das Unternehmen auch damit, „die effizienteste/schnellste/schönste/sicherste/zuverlässigste Methode Websites & Apps zu optimieren„. Ermöglicht wird dies durch eTracker Analytics und eTracker Optimiser. Der Umstand, dass das Tool komplett auf Deutsch verfügbar ist – da in Hamburg ansässig – vereinfachte die Entscheidung, sich damit genauer zu befassen. Doch wie gut ist eTracker wirklich? Wir haben uns im Schnellverfahren einen Überblick verschafft und es mit dem Funktionsumfang von Google Analytics verglichen.

Screenshot zu eTracker Analytics
Ein erster Blick auf eTracker Analytics.

Diese Funktionen bietet das Tool

Direkt nach dem Login gelangt man auf das obligatorische Dashboard, welches einen guten Überblick über die wichtigsten Kennzahlen verschafft. Zudem überzeugt es durch einfaches, aber effizientes und ansehnliches Design. Die wichtigsten Fakten wie Besuche, Bounce Rate, Verweildauer oder am häufigsten besuchte Seiten werden gut dargestellt. Auf den ersten Blick also sehr überzeugend. Öffnet man das Menü, zeigen sich vier Bereiche, die sinnvoll strukturiert sind.

Ein Blick auf das Dashboard von eTracker
Aufbau des Dashboards von eTracker.

Die Basis Reports liefern auf einen Blick all das, was man aus Google Analytics gewohnt ist. Temporäre, technische, inhaltliche und benutzerbezogene Daten können detailliert eingesehen werden. Mittels der „Website-Ziele“ lassen sich Conversions definieren, die man verfolgen möchte. Dazu gehören beispielsweise der Aufruf der Kontaktseite, eines gewissen Dokuments oder der Abruf der letzten Seite im Kaufprozess. Gerade letzteres erscheint während der ersten Versuche durchaus simpel. Insofern ist die Nutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit gegeben und recht schlicht gehalten.

Basis Reports eTracker
Die wichtigsten Funktionen im Basis Report.

In den Marketing Reports werden sämtliche Quellen geliefert, unter anderem auch Google AdWords. Eine teifergehende Analyse dieses Bereiches und dem der eCommerce Reports kann noch nicht erfolgen, da wir lediglich die erste interne Testphase abgeschlossen haben. Das bedeutet, dass eine Anwendung bisher lediglich auf unsere eigene Webseite möglich war und sich Themen wie Marketing und Verkaufszahlen in diesem Zusammenhang nicht ergeben.

Den letzten Abschnitt bilden die eigenen Reports. Die Funktionalität dieses Bereichs ist selbsterklärend und als positiv zu beurteilen. Insgesamt stehen bis zu zehn eigene Reports zur Verfügung.

Vergleich mit Google Analytics

Die strukturellen Vorteile liegen auf der Hand: eTracker ist bereits DSGVO-konform und komplett auf Deutsch. Darüber hinaus werden First Party Cookies gesetzt, die im Bereich Online-Marketing einen immer höheren Stellenwert einnehmen, da Third Party Cookies kontinuierlich stärker von Benutzern geblockt werden können – so beispielsweise via AdBlocker. Insofern bietet das Tool einen nicht unerheblichen Vorteil, um Nutzer besser analysieren und so verstehen zu können. Ferner ist das deutsche Unternehmen unabhängig, so dass die Daten direkt dem Anwender zur Verfügung stehen – und zuvor nicht noch zwischengespeichert werden.

Rein inhaltlich gesehen liefert eTracker zwar wichtige Einblicke. Doch mit Google Analytics kann das Tool noch keineswegs gänzlich mithalten, da essenzielle Funktionen nicht verfügbar sind. Während Google tief in die Materie eindringen kann, geht dies dem deutschen Pendant derzeit noch völlig abhanden. Darüber hinaus fehlen intensive Verknüpfungen mit AdWords oder weiteren Google-Produkten, so dass eine effiziente Bewertung des betriebenen Online-Marketings ausbleibt.

Als Kritikpunkte sind zum Teil die Navigation, andere Termini als bei Google Analytics und die Filterung von Berichten nach bestimmten Kriterien zu nennen.

Die Einrichtung von Website-Zielen bei eTracker
Überblick über die erstellten Prozesse.

Alle genannten Aspekte sind aber subjektive Wahrnehmungen, die darüber hinaus auch durch die Nutzung des Google-Tools beeinflusst worden sind. Insofern ist eine Umgewöhnung notwendig, insbesondere dann, wenn die Arbeit mit Google Analytics ein jahrelanger Bestandteil der eigenen Datenanalyse gewesen ist.

Fazit

Im Rahmen der ersten Untersuchung des Programms lässt sich feststellen, dass eTracker einen positiven Eindruck hinterlässt. Sämtliche wichtige Funktionen und Berichte sind enthalten und können daher problemlos mit Google Analytics mithalten. Die Rahmenbedingungen im Zuge der Datenschutzgrundverordnung und neuen privacy policy dienen als gewichtige Begründung, weshalb das deutsche Tool Verwendung finden sollte. Dennoch handelt es bei der hiesigen Auswertung um einen ersten Einstieg, der wirklich relevante Daten aus den Marketing und eCommerce Berichten nicht liefern kann. Insofern ist es bis dato nicht möglich, des gesamten Funktionsumfang abzubilden, so dass eine abschließende Bewertung erst anhand dessen erfolgen kann. Darüber hinaus geht das deutsche Tool nicht in die Detail-Tiefe, so dass zahlreiche Informationen, die qualitative Daten liefern könnten, schlichtweg fehlen.
Insofern kann eTracker mit Google Analytics zum gegenwärtigen Zeitpunkt durchaus konkurrieren, es aber keineswegs ersetzen.